„So eine Katastrophe kann bei uns doch nicht passieren!“ – An diese Aussage glaubt wohl seit dem 14. Juli 2021 in unserer Region niemand mehr. Genauso wenig verstehen bis heute die wenigsten Menschen, warum es offensichtlich keinen Notfall-Plan gab oder gibt, der nach den schlimmen Ereignissen und den dramatischen Folgen zum Einsatz gekommen wäre. Wenn die zerstörerischen Ausmaße der Flut in dieser Art auch schon nicht vorstellbar waren, hat das herrschende Chaos in den Tagen und Wochen danach sein Übriges zur Not der Betroffenen beigetragen.
Nun ist der Hintergrund der Idee jedoch nicht die Diskussion über die Arbeit von offiziellen Stellen. Es geht vielmehr darum, all die Hilfen, die vielen Erfahrungen der vergangenen acht Wochen, die ergriffenen Maßnahmen zu bündeln und festzuhalten. Hierzu müssten gleichsam freiwillige Helfer*innen und offizielle Stellen in einem organisierten Workshop zusammen gebracht werden. Auch wenn bei einer solchen Veranstaltung sicherlich Missstände diskutiert würden, geht es nicht darum, diese anzuprangern, sondern für einen späteren Notfall, der aber natürlich ausbleiben möge, besser vorbereitet zu sein und auf die wertvollen Arbeiten seit der Katastrophennacht zurückgreifen und somit schneller agieren zu können.
Allein auf offizielle Stellen möchte sich wohl niemand mehr verlassen. Daher braucht es einen Notfall-Plan, an dem sich alle orientieren und von dem alle profitieren können.
Für manch einen mag diese Idee naiv klingen. Naiver ist es aber, zu glauben, dass die Krise im Ahrtal ohne die unzähligen freiwilligen Helfer*innen mit ihren kreativen, zupackenden und unbürokratischen Ideen und Aktionen zu bewältigen wäre.