Statt unseres EFH, das seit der Flut unbewohnbar ist, wollen wir aufständern, um vor künftigen Überschwemmungen sicher zu sein. Damit verbessern wir auch die Retention vor Ort; die Obere Wasserwirtschaft der Bezirksregierung Koblenz hat dies in einem Gespräch als Verbesserung der bisherigen wasserwirtschaftlichen Situation bestätigt. Statt unserer Einfamilienhäuser planen wir (Hausnummer 2) gemeinsam mit unseren Nachbarn von Hausnummer 4 als Grundstücks- und Bauherrengemeinschaft im Grünen Weg in Sinzig ein barrierearmes Mehrfamilienhaus mit Aufzug und schaffen damit dringend notwendigen Wohnraum und vermeiden damit weiteren Flächenverbrauch. Der amtliche Naturschutz bewertet dies positiv.
Laut BP ist eine 2.5-geschossige Bebauung erlaubt; das halten wir prinzipiell ein: Über dem flutbaren Hochwassergeschoss (mit Stellplätzen für die PKW und Fahrräder ohne Keller), das noch ausgekoffert wird, folgen 2 Vollgeschosse und die oberste Wohnung als Staffelgeschoss. Dieses Konzept stammt vom Bonner Architekt Ralf Schweitzer, der viel Erfahrung mit überschwemmungsgefährdeten Gebieten hat und auch für Altenahr plant. In Bonn wird in hochwasserfgefährdeten Gebieten das Hochwassergeschoss in der Regel nicht auf die GFZ angerechnet oder wenn es als Vollgeschoss anzusehen ist und die zulässige Ausnutzung überschritten wird, eine Dispens erteilt (s. www.bonn.de).
Der Bebauungsplan für den Grünen Weg stammt von 1975, Hochwasserschutz ist in keiner Weise berücksichigt. Ringsum entstanden und entstehen mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser (auch entlang der Kölner Straße). Gerade wurde mit dem einem Neubau Grüner Weg 6 angefangen (600 qm Wohnfläche). Damit würde unser Neubau diesem Trend folgen, sich aber harmonisch in das Gesamtbild einfügen, denn unser Konzept weist zwei ineinandergeschachtelte Baukörper auf und wirkt damit aufgelockert mit einer ansprechenden Fassade.
Für unsere Nachbarn Grüner Weg 4 gilt für die Nebengebäude Bestandsschutz, so dass wir mit dem Neubau dort die bisherigen Möglichkeiten unterschreiten. Dafür würde wir auf unserer Seite das dargestellte Bauband teilweise überschreiten. Insgesamt sozusgagen ein Nullsummenspiel. Unser Architekt hat dies auch in einer Abbildung dargestellt.
Wir halten die Grenzabstände zu den Nachbarn Kölner Straße bzw. Grüner Weg 6 ein, eine Verschattung von Nachbarflächen findet nicht statt. Außerdem bauen wir nachhaltig und innovativ mit besonderer Berücksichtigung von Energieeinsparung und Hausbegrünung.Bisher fanden alle Personen (privat oder aus der Verwaltung kommend) diesen Ansatz zukunftsfähig und wegweisend. Kollegen von mir fanden das Konzept so überzeugend und einer von Ihnen hat es nach Mainz geschickt, weil es eine „Blaupause“ für das Ahrtal sein könnte. Wir können mit diesem Vorzeigeprojekt nicht warten. Wir leben zur Zeit in einer kleinen Ferienwohnung mit improvisiertem Büro und unsere Nachbarn im Wohnwagen.
Daher hoffen wir in dieser besonderen Situation auf ein rasche Lösung. Eine langwierige Bebauungsplanänderung mit dem gleichen zu erwartenden Ergebnis ist für uns aufgrund der Wohnsituation nicht machbar.
Wir sind mit dieser katastrophalen Situation kein Einzelfall. Eine rasche Erlaubnis zu baeun, hilft stellvertretend viele anderen Betroffenen, die noch keine Idee haben. Ihnen wollen wir zugleich Mut machen und eine Perspektive geben, damit sie die nächsten dunklen Monate überstehen.
Wir brauchen rasche Planungssicherheit und eine Perspektive. Vor Weihnachten müssen grundsätzliche Entscheidungen fallen.
Dazu braucht es konkrete politischen Ansagen. Willensbekundungen und seien sie noch so gut gemeint, reichen nicht.
Ähnlich wie es an den „Wassertagen“ läuft, bei denen sich Mitarbeiter der UWB, OWB und UNB, manchmal auch mit ONB treffen und gemeinsam Projekte anschauen und diese beurteilen, könnte man ein Gremium installieren, das befugt ist, Entscheidungen zu treffen. Ähnlich läuft es ja bereits bei der „Kritischen Infrastruktur“ – wir tun das Unumgängliche, Eingriffe werden von Fachleuten bilanziert und bei nächster Gelgenheit ausgegliche. Dabei gehts ja ohne zeitaufwändige Genehmigungsverfahren, aber trotzdem ist es nicht willkürlich. Allen ist klar, wir brauchen Strom, Gas, Wasser. Aber genauso wichtig ist das Wohnen und Arbeiten.
Der Wohnungsmarkt ist leergefegt, Alternativen sind im näheren Umfeld nicht vorhanden.Tiny-Häuser sind eine Hilfe, aber keine Dauerlösung und die Menschen wollen im Ahrtal bleiben.