Mit dezentralen Hochwasserschutzmaßnahmen in den Höhenlagen des Ahrtals und all seinen Seitentälern soll erreicht werden, dass auch Extremniederschläge deutlich länger in der Fläche verbleiben, zeitverzögert und deutlich mengenreduziert den Bächen als Ableitorganen und schließlich der Ahr zugeführt werden. Sturzbachartige Wasserabflüsse sollen so reduziert oder gar vermieden werden. Bereits angewendete dezentrale Hochwasserschutzmaßnahmen können beispielsweise sein :
– Landschaftsmoderate Einbringung von Kleinstrückhaltebecken in Acker- und Weideflächen der Höhenlagen
– begrünte Abflussmulden
– Angepasste „Keyline-Design-Maßnahmen“ als Agroforstmaßnahme einschließlich Baumpflanzungen entlang der Höhenlinien, die auch zum Ziel haben, die Speicherfähigkeit der Böden zu erhöhen. Keyline-Design würde beim anderen Wetterextrem der „Dürre und Trockenheit“ helfen, die Vegetation durch Bevorratung von Wasser besser durch diese Phasen zu bringen.
– Konservierende statt wendende Bodenbearbeitung aller Ackerflächen im hochwasserrelevanten Einzugsgebiet, die nachweislich zu einer höheren Niederschlagsbindung führt.
Es wird vorgeschlagen in Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Planungsbüro und universitären Einrichtungen ein Teilprojekt mit dezentralen Hochwasserschutzmaßnahmen aufzusetzen, welches beispielsweise ein vollständiges Seitental abbildet und auch die Modellierung der Wasserabflüsse beinhaltet. Eine konkrete Planung und Umsetzung erfordert ebenso eine frühzeitige Einbindung der betreffenden landwirt- und forstwirtschaftlichen Betriebe und Grundstückseigentümer.