Ich möchte vorschlagen, dass man jedem Dorf an der Ahr eine Universität mit den entsprechenden Fachschaften (z.B. Architektur, Bauingeneurswesen, Landschaftsbau, u.a.m.) zuordnet, so dass die Professoren zusammen mit ihren StudentInnen für „ihr“ jeweiliges Dorf mit der dortigen Bevölkerung zusammen, ein Gesamtkonzept entwickeln können.
Dies hätte den Vorteil, dass man im Endergebnis von einer wirklichen „Modellregion“ sprechen könnte und die angewandten, verwirklichten Ergebnisse miteinander auf Stärken und Schwächen verglichen, langjährig auch wissenschaftlich begleitet und die dabei gewonnen Erkenntnisse für andere Regionen genutzt werden könnten.
Die wichtigste, unumgängliche Grundlage dabei wäre der Umweltschutz!!! Dieser sollte bei allen Entscheidungen die entscheidende Rolle spielen! Alle Maßnahmen müssen immer auf nachhaltige Ressourcenverwendung, Flächenschonung, echte und kontrollierte Ausgleichmaßnahmen usw. überprüft werden. Alles die geht nicht ohne auch endlich auf Landes- und Bundesebene die entsprechenden Gesetzesgrundlagen zugunsten des Naturschutzes entsprechend zu verändern. Nur wirklich verbindliche Regelungen und keine Einsparungen mehr bei den Naturschutzbehörden können etwas verändern.

Natürlich hätte man nie und nimmer die Wassermassen der Flutkatastrophe durch Naturschutz-Maßnahmen aufhalten können. Was man aber hätte tun können, ist die Menschen frühzeitig besser warnen, weitere Baumaßnahmen im Tal nicht noch forcieren und „auf die grüne Wiese“ ausweiten (passierte und passiert u.a. gerade in Insul), der Klimaerwärmung früher und konsequenter entgegenwirken (Sie wissen ja: der verlangsamte Jetstream und die Starkwetterereignisse -in unserer Region alleine 2 Hochwässer und 2 Dürresommer innerhalb der letzten 5 Jahre, und das wird laut Weltklimarat und ihrer 14.000 ausgewerteten Studien noch viel schlimmer!) und überhaupt Menschen der Natur anpassen und nicht umgekehrt!

Wie jeder sich leicht ausrechnen kann, wird die Erdbevölkerung von vor knapp 50 Jahren 3 Milliarden, auf jetzt 8 Milliarden, auf in 50 Jahren ??? Milliarden in kürzester Zeit weiter anwachsen. Diese Menschen werden aber aufgrund der rasanten Klimaerwärmung mit dem Problem der extremen Verknappung ihrer Lebensgrundlagen (Wasser, Nahrung, Wohn- und Lebensraum) zu kämpfen haben. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen: es wird mit Sicherheit Kriege, Leid und Elend von ungekanntem Ausmaß geben, wenn wir es nicht schaffen, den Ressourcenverbrauch lediglich auf erneuerbare, nahhaltige Ressourcen zu beschränken und Welttemperaturen wieder nach unten zu bewegen.
Das geht soweit ich informiert bin nur mit der Vermeidung des Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen, sowie hitzespeichernden Flächen und der Stärkung des C02-schluckenden, Sauerstoff- und kühlegebenden Pflanzen. Mal abgesehen vom Erhalt der Artenvielfalt von der wir letztlich auch abhängen, u.v.m.
Also sollten wir „um unser Leben pflanzen!“ Oder aufgeben? Weiter auf Wirtschaftswachstum setzen? Weiter auf den Abgrund zulaufen?
Persönliches:
Ich habe seit einem halben Jahr eine Enkelin die ganz wunderbar und einzigartig ist und die, wie auch der Rest der Menschheit ein Recht auf ein gutes Leben auf dieser Erde hat, genauso so viel Recht wie wir es jetzt haben.
Warum dürfen wir es ihnen nehmen? Indem wir mitmachen (da beziehe ich mich selbst auch mit ein), nichts dagegen unternehmen um den Prozess der Erdzerstörung, der ja im Prinzip erst seit der Industrialisierung, also seit rund 200 Jahren im Gange ist, aufzuhalten?! Warum überlassen wir es immer den wenigen Entscheidungsträgern, dies alles maßgeblich zu bestimmen? Oder sehe ich da etwas falsch?
Die Zeiten, wo jede Region, jedes Land alleine für sich entschieden hat, sind/sollten längst vorbei sein. Wir müssen global denken, sonst holt uns die menschengemachte Entwicklung ganz schnell ein.

Herzlichst
Doris Schmitten