Sehr geehrte Damen und Herren,
durch stark betroffene Verwandtschaft in Dernau und Mayschoß habe ich Bezug zum Ahrtal. Als vielseitig interessierter Mensch, u.a. Meteorologie und hydrologische Themen unterstütze ich ein Hochwasserfrühwarnsystem unserer Nachbargemeinde. Für das Ahrtal unterbreite ich, nach eingehender Recherche, folgende Vorschläge:

Kurz – mittelfristig (5-10 Jahre):
Aufbau eines Frühwarnsystems bestehend aus einem engmaschigeren Netz von automatischen Niederschlagsmessern im Einzugsgebiet der Ahr um sommerliche Starkregenereignisse frühzeitig und genauer zu erfassen.
Noch wichtiger halte ich jedoch ein System von neuen Nebenpegeln an der Ahr selber, sowie an allen relevanten Nebenbächen (Auflistung siehe unten). Alle Pegel im Flusssystem Ahr müssen dabei zukünftigen, katastrophalen Hochwässern standhalten, baulich sowie datentechnisch. Möglich wäre dies z.B. durch Radarsensoren, die einige Meter oberhalb des Wassers installiert sind.
Beide Systeme können von LfU bzw. DWD aufgebaut werden, möglich wäre jedoch auch ein Aufbau und Betreiben unter Führung von Kreisen oder Gemeinden.

Mittel – langfristig (10 – 50 Jahre):
Ein wirklich wirkungsvoller Hochwasserschutz lässt sich meiner Meinung nach nur mit dem Aufbau eines Systems von Hochwasserrückhaltebecken an allen wichtigen Nebenbächen der Ahr erreichen. Als wichtigste Maßnahme sehe ich zunächst große Dämme an Trierbach und Nohner Bach (getrennt), sowie Ahbach und evtl. Sahrbach, Adenauer Bach. Zu einem späteren Zeitpunkt Dämme an mehreren kleineren Zuflüssen wie Armuthsbach, Liersbach, Kesselinger Bach.
Als Vorbild dieser Rückhaltebecken können die Dämme im Erzgebirge (z.B. Pöbeltal und Lauenstein) sowie im Harz (Selketal) dienen. Diese sind sehr großzügig dimensioniert, welches ein wichtiges Kriterium ist. Zu klein dimensionierte Becken bieten keinen ausreichenden Schutz bei hundertjährigen Hochwässern.
Es ist wahrscheinlich, dass sich Ereignisse wie 1804, 1910 und 2021 zukünftig wiederholen. Daher ist es enorm wichtig, die Bevölkerung entlang der Ahr vor solch seltenen Extremereignissen wirkungsvoll zu schützen. Andere Maßnahmen (z.B. veränderter Brückenbau) sind zwar ebenfalls sinnvoll, jedoch bei Weitem nicht so effektiv.
Viele Grüße
Marcus Schaeffer