1. Vorschlag

Über die aktuell notwendigen Wiederaufbaumaßnahmen sehe ich den Hochwasserschutz als vordringliche Aufgabe im gesamten Ahrtal. Vor dem Hintergrund der historisch belegten Hochwasserereignisse steht für mich fest, dass jetzt etwas passieren muss, um den Menschen im Ahrtal langfristig Sicherheit zu geben. Eine ausführliche Beschreibung der spezifischen Hochwassergefahren ist in den „Beiträgen zur Landespflege in Rheinland-Pfalz 17, Oppenheim 2003“ zusammengefasst. Dieser Arbeit entnehme ich, dass man in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts vor allem auf Talsperren als Regulativ gesetzt hatte. Projekte, die zugunsten des Nürburgrings aufgegeben wurden und sich heute alleine angesichts der Siedlungsentwicklung sicher nicht mehr realisieren ließen.

Ich bin mir stattdessen sicher, dass kleinräumige Eingriffe viel wirksamer sind. Konkret stelle ich mir vor, dass man an so vielen Stellen wie möglich kleine Dämme als Querriegel in die vielen Zuflüsse der Ahr einbaut. Das könnten begrünte Erddämme von 3 bis 10 Metern Höhe sein, die am Grund durch ein Rohr mit definierter Größe den Durchfluss der bestehenden Bachsysteme gewährleisten. Sobald Starkregen die Wassermenge anschwellen lässt, würde sich das Wasser in den entstandenen Becken stauen, da nur eine begrenzte Menge durch das Rohr in der Deichsohle abfließen kann. An der Deichkrone genügte eine befestigte Überlaufstelle, um das Wasser in das nächst tiefer gelegene Becken abzuleiten. So entstünde ein kaskardierendes Rückhaltesytem, in dem sich die Flutbecken nach und nach füllen und die Wassermengen nur langsam wieder abgeben können. Diese Dämme könnten kostengünstig erstellt und betrieben werden, da keine weiteren Regulierungen wie Schieber notwendig sind. Auch die kleinklimatischen Auswirkungen halte ich für gering, da z. B. Luftmassen weiterhin durch die Täler weitgehend ungehindert abfließen können. Einmal gebaut, könnten die Bauwerke praktisch sich selbst überlassen werden.

Beispielsweise ließen sich entlang des Roßbachs zwischen Kalenborn und Altenahr gut 10 bis 15 dieser Dämme in das Kerbtal entlang der B257 einbringen. Die speicherbare Wassermenge hätte nach meiner Einschätzung der oberen Teil von Altenahr vor Schäden bewahren können.

2. Vorschlag

Im Rahmen der Zufunftskonferenz wurde auch der Neubau der Radwege angekündigt. Das halte ich für sehr sinnvoll, da der Radverkehr – gerade vor dem Hintergrund der immer häufiger eingesetzten E-Bikes – wirklich zur Verminderung des motorisierten Straßenverkehrs beitragen kann. Dabei sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass das Fahrradfahren dann als Verkehrsmittel und weniger als Freizeitvergnügen angesehen werden muss. Dementsprechend sollte beim Neubau der Strecken an eine ausreichende Breite der Wege, optimale Bodenbeläge und geradlinige Verkehrsführung ohne Hindernisse gedacht werden. Ich erinnere mich an den Radweg durch die Ahraue zwischen Heimersheim und Bad Bodendorf. Hier wollte man wohl möglichst wenig in die Natur eingreifen und baute den Weg streckenweise aus zwei asphaltierten schmalen Fahrstreifen, die von einer Mittelspur aus Rasengittersteinen getrennt waren. Geriet man auf die Rasengittersteine, wurde die Fahrt schnell zu einer gefährlichen Angelegenheit. Die teils sehr schmalen Radwege flußaufwärts ab Walporzheim, auf den Brücken dazu noch mit rutschigen Holzbrettern belegt, konnten den Radverkehr besonders an den Wochenenden nicht aufnehmen.