Mein Vorschlag ist ein Hochwasserschutzkonzept von der Quelle bis zur Mündung mit allen Bächen aus dem Einzugsgebiet in Zusammenarbeit mit dem Land NRW zu erarbeiten. Hierbei soll im großen Stil und nachhaltig gedacht werden. Flächen die zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder überflutet sein werden, sollen gar nicht mehr neu bebaut werden dürfen und Anwohner, die in diesen Bereichen wieder aufbauen bzw sanieren wollen, müssen sehr genaue Vorgaben gemacht bekommen (beispielsweise keine Ölheizungen mehr). Besser wäre, diesen eine Möglichkeit zu bieten in Nicht-Überschwemmungsgebieten ortsnah und günstig umzusiedeln. Diese Umsiedlungsflächen sollen auch Anwohnern, die weniger stark betroffen sind oder nicht in „vorderer Reihe“ stehen angeboten werden, damit das Dorfgefüge nicht völlig auseinandergerissen wird. Die Ahr braucht viel mehr Platz als ihr bisher gelassen wurde, in einem Fließgewässer, dass einen natürlichen Verlauf hat, passiert Hochwasserschutz fast von alleine. Hierbei muss also auch über unpopuläre Entscheidungen wie großflächige Retentionsflächen und Polder nachgedacht werden dürfen.
Wichtig wäre zukünftig auch nicht nur vermehrt Pegel an der Ahr aufzubauen und diese mit einem Frühwarnsystem zu verbinden, sondern auch alle Nebenbäche, die maßgeblichen Anteil an Überflutungen haben, wie zum Beispiel der Armuthsbach in Schuld, der Adenauer Bach, der Sahrbach und der Vischelbach, um nur einige zu nennen, mit einem Pegel zu versehen und diese zu koppeln, damit hier schon frühzeitig erkannt wird, wie Flutscheitelwellen zusammentreffen können. Im Optimalfall gibt es eine Gewässerleitzentrale, die das Abflussgeschehen zu jeder Zeit mit geschultem Personal beobachtet und nicht nur im Hochwasserfall entsprechende Maßnahmen veranlasst (Warnungen, Fluten von Poldern, Aufbauen von Hochwasserschutzelementen) sondern auch im Niedrigwasserfall, der zukünftig sicherlich noch häufiger auftreten wird, das Gewässer entsprechend bewirtschaftet und schützt.
Zudem muss die genau Lage und Höhe der Brücken überdacht werden. Brücken sollten schlanker und möglicherweise im Hochwasserfall demontierbar oder einfahrbar bzw. umklappbar sein, damit zum einen die extremen Verklausungen an den Brücken im Hochwasserfall nicht mehr auftreten und zum anderen nach dem Hochwasser die Brücken auch wieder nutzbar sind.