Im Architekturstudium steht die Architektur als ein Komplex für sich – faszinierend und allumfassend. Selber stellen wir uns immer wieder die Frage, worin der Sinn liegt, wenn Dinge nur zweckdienlich sind, aber keine Liebe zu verschenken haben. Was macht die Architektur so individuell, aber gleichzeitig unterschiedlich? Was erleben wir, wenn wir einen Raum betreten, durch eine Stadt gehen oder einem Gebäude gegenüberstehen? Wie können wir ansprechende Atmosphären gestalten, die uns sinnlich berühren? Diese Fragen bewegen uns im Studium, der Architektur, ihrer Bedeutung und Wirkung gemeinsam auf die Spur zu kommen. Juhani Pallasmaa sagte einmal: „Architektur artikuliert unsere Erfahrungen des In-der Welt-Sein und stärkt unseren Sinn für die Wirklichkeit und für uns selbst.“ So stehen im Mittelpunkt unserer Studienprojekte immer drei wesentliche Dinge: der Mensch, die Architektur und die Gesellschaft.
Auf dem Hintergrund dessen verfolge ich einen Impuls, der mir in den Tagen während des Schleppens und Schippens, des Abreißens und Aufbauens, aber auch durch Beistand und Gespräche kam: Eine Kooperation zwischen der Alanus Hochschule, Studierenden und dem Ahrtal.
In der Flutkatastrophe vom 14. Juli verbirgt sich eine Menge Potential, das es zu nutzen gilt. Die Hilfe, die jetzt im Ahrtal gebraucht wird, wird genauso in den nächsten Jahren auch noch gebraucht. Eine Kooperation zwischen der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Studierenden und dem Ahrtal, ist eine Win-Win-Situation für alle.
Das Ahrtal kann durch die Studierenden positive Impulse für die städtebauliche Entwicklung und Strukturwandelprojekte des Ahrtals erwarten. Gleichzeitig ist die praxisnahe Ausbildung der Studierenden nicht nur für das Ahrtal ein Mehrwert, sondern vor allem für die Studierenden selbst. Denn so können sie frühzeitig ihre theoretischen Kenntnisse anwenden und eine viel intensivere berufliche Entwicklung durchlaufen.

• Wie lassen sich Ressourcen bereits im Planungsprozess effizient und nachhaltig einsetzen?
• Wie können Projekte gemeinschaftsorientiert entwickelt werden?
• Welche Möglichkeiten gibt es, die stets größer werdende Vielfalt von Akteuren zu moderieren?

Im Masterstudiengang an der Alanus Hochschule bekommen die Studierenden Raum und Zeit, diesen, anderen und ihren Fragen an eine zeitgemäße und gesellschaftlich wirksame Architektur nachzugehen.

Wie eine solche Kooperation aussehen kann, habe ich im angefügten Dokument beschrieben.

Julian Weber
B. A. Architektur, Alanus Hochschule

modell-ahrtal_architektur-studium.pdf