Neben den menschlichen und sozioökonomischen Tragödien müssen auch die natürlichen Prozesse und deren Dynamik als wertgebende Faktoren konstatiert werden. Die Flussdynamik hat Fließstrecken hervorgebracht, welche annähernd die natürlicherweise zu erwartenden Verhältnisse widerspiegeln (Furkationsstrecken). Damit sind in Mitteldeutschland einmalige Verhältnisse entstanden, welche es auf Teilstrecken (prädestiniert ist die Strecke zwischen Lohrsdorf und Bad Bodendorf) zu bewahren gilt. Das Ahrtal besitzt hier ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen Mittelgebirgsregionen, was bisher allenfalls für ihren Mündungsbereich zu konstatieren war, Hier hat sich die morphologische Wertigkeit leider im Zuge des Extremhochwassers etwas rückläufig entwickelt.

Aus meiner Sicht ist es geboten, zumindest eine längere Teilstrecke (Lohrsdorf – Bad Bodendorf) als flussmorphologisches bzw. morphodynamisches Denkmal zu bewahren und zu entwickeln! Wenigstens diese eine Strecke sollte tabu für Vorlandveränderungen sein!

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