In Bezug auf Baubauungsvorhaben schlage ich vor, sich an dem Ulmer Modell zu orientieren.

Hier behält die Stadt die Grundstücke in ihrer Hand und verkauft diese nicht an Investoren, sondern direkt an interessierte Bürger und Einwohner, die sich hierfür bewerben müssen.

Anbei der Auszug aus der Grundstückspolitik der Stadt Ulm:

Wichtigste Grundbedingung einer erfolgreichen Baulandstrategie ist, dass in Neubaugebieten nur dann Bebauungspläne ins Verfahren gehen und letztlich rechtskräftig werden, wenn die Stadt alle Grundstücke besitzt.

Durch das bereits seit 1890 verwendete Ulmer Wiederkaufsrecht können unbebaute, ehemals stadteigene Flächen niemals an Privat weiterverkauft werden.

Dies wird durch Auflassungsvormerkung zugunsten der Stadt Ulm im Grundbuch gesichert. Dieses Wiederkaufsrecht wird erst dann gelöscht, wenn durch den privaten Grundstückserwerber der verfolgte Zweck verwirklicht ist, also z. B. ein Wohnhaus bezugsfertig errichtet und 10 Jahre selbst bewohnt war, oder ein Gewerbeobjekt bezugsfertig errichtet ist.

Der umfangreiche Grundbesitz der Stadt Ulm erlaubt es auch, die für Bebauungspläne erforderlichen Ausgleichsflächen stets darzustellen. Dazu dient auch der Besitz außerhalb von Ulm im Einvernehmen mit dem Nachbarn.

Darüber hinaus werden laufend Maßnahmen zu Gunsten von Tälerprogrammen, Fluss- und Bachrenaturierungen, die Anlagen von Biotopen und Neuaufforstungen vorgenommen. Somit kann der stadteigene Besitz auch im Bereich Umwelt- und Naturschutz einen wesentlichen Beitrag leisten, weil es immer einfacher ist, auf eigenen, also stets verfügbaren Flächen sinnvoll erscheinende Maßnahmen umzusetzen.

Zu guter Letzt ist hervorzuheben, dass diese Vorgehensweise auch preisdämpfenden Einfluss am Bodenmarkt hat.

Hierzu gab es auch einen Fernsehbeitrag über die Mediathek Wohnen der Zukunft, bezahlbare Grundstücke.

Ein wie von Frau Weigand angestrebte Modellregion „Wohnen am Fluss“ kann aus meiner Sicht nur gelingen, wenn in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ein komplettes Umdenken in Bezug auf die Bebauungspläne stattfindet.

Vor allem die Entscheidungsträger der Stadtverwaltung müssen hier neue Wege gehen und vor allem genügend Ausgleichsflächen schaffen.

Es wurden in den letzten Jahren zu viele Baustellen mit zu wenigen Bauunternehmern gleichzeitig versucht umzusetzen (das Jahr 2021 war hier besonders stark ausgeprägt).

Es wurde alles „zugebaut“ was ging, gerade diese Maßnahmen haben sicherlich die Katastrophe mit verschlimmert.

Für die Zukunft wünsche ich uns allen viel Kraft und ein gemeinsames Leben an der Ahr mit der Natur und nicht gegen die Natur.