Problemstellung:
– Aufgrund des Klimawandels wird das Ahrtal nicht nur durch Hochwasserereignisse, sondern auch durch schwere Waldbrände bedroht.
– Fahrzeug- und ausrüstungstechnisch sind die Feuerwehren entlang der Ahr derzeit nicht in der Lage, auf einen Brand in extremem Wald-oder Weinbergsterrain ab Alarmstufe 2 der Rahmen-, Alarm- und Einsatzplanung „Waldbrand“ RLP angemessen zu reagieren.
– An der oberen und mittleren Ahr existieren keine geeigneten Vorratsbehältnisse für die Entnahme großer Löschwassermengen bei Waldbrandeinsätzen.
– Für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser/Lebensmittel und für die Sicherstellung des Brandschutzes nach Schadensereignissen mit großräumiger Zerstörung der Ahrübergänge fehlen den Feuerwehren watfähige Fahrzeuge.
– Für die Versorgung und den Transport von Unfallopfern (Mountainbiker, Wanderer) aus schwer zugänglichem Gelände mangelt es an geeigneten Fahrzeugen.

Vorschläge:
– Beschaffung dreier Tanklöschfahrzeuge auf der Basis des Unimog 5023 mit Aufbauten von Ziegler oder Schlingmann und Stationierung auf den Feuerwachen der FF Altenahr/Ahrbrück, Dernau und Ahrweiler/Bad Neuenahr
– Beschaffung mehrerer geländegängiger zugstarker Quads und Verteilung auf die kleineren Feuerwehren im Ahrtal. Ausreichend motorisierte Quads können Anhängerlasten gebremst bis 1000 kg und damit zum Beispiel bei Waldbränden Löschwasser-IBC oder Tragkraftspritzen transportieren. Für Quads existieren zudem zurüstbare Sanitätsausstattungen für die Versorgung und den Transport von Unfallopfern/akut Erkrankten in schwierigem Gelände.
– Schaffung von mindestens 2 großen, ausreichend tiefen und ständig gefüllten Löschwasserbecken/-teichen in Uferbereichen an der oberen und mittleren Ahr im Rahmen des integrierten Hochwasserschutzes, aus denen bei einem Waldbrand Löschwasser durch Schläuche, TLF-Pendelverkehr und/oder „Bambi Buckets“ der Löschhubschrauber entnommen werden kann.
– Für die Personenrettung bei Hochwasserereignissen halten die DLRG-Ortsgruppen genügend Rettungsmittel vor, eine zusätzliche Beschaffung z.B. von Schlauchbooten für die Feuerwehren im Ahrtal ist m.E. nicht erforderlich.
– Unabhängig vom Ahrtal sollte seitens der Landesregierung überlegt werden, die luftgestützte Löschwasserkapazität deutlich zu erhöhen. Für ganz Rheinland-Pfalz existieren laut RAEP „Waldbrand“ Stand 2020 auf dem Flugplatz Winningen lediglich 2 Polizeihubschrauber mit „Bambi Buckets“ von je 450 l Fassungsvermögen. Alle benachbarten Bundesländer halten deutliche höhere Hubschraubertransportkapazitäten bereit.